Therapie

PSYCHOTHERAPIE

Psychotherapie umfasst die zielgerichtete professionelle Behandlung psychischer, also seelischer Störungen mit Hilfe fundierter psychologischer Methoden, wie Gesprächen und Verhaltensübungen. Dies ermöglicht eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit den eigenen Gefühlen und eine Veränderung der eigenen Denk- und Verhaltensweisen, sodass Problemlösungen möglich werden.

Der Begriff „Psychologischer Psychotherapeut“ bzw. „Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut“ ist gesetzlich geschützt. Seit Inkrafttreten des Psychotherapeutengesetzes am 01. Januar 1999 ist zur heilkundlichen Durchführung der Psychotherapie eine Approbation, also eine staatliche Zulassung erforderlich.

KOGNITIVE VERHALTENSTHERAPIE

Die Verhaltenstherapie ist ein wissenschaftlich anerkanntes Therapieverfahren und hat Ihren Ursprung in der Mitte des 20. Jahrhunderts in psychologischen und biologischen Forschungen. Die kognitive Verhaltenstherapie verbindet kognitive ( auf das Denken bezogene) mit verhaltensbezogenen Techniken.

Grundannahme der kognitiven Verhaltenstherapie ist, dass alle Verhaltensweisen, Einstellungen und emotionalen Reaktionen im Laufe des Lebens durch vielschichtige Lernprozesse erworben wurden. Einmal erlerntes Verhalten kann auch wieder verlernt werden. Dies macht sich die kognitive Verhaltenstherapie zunutze, um problematische Verhaltensweisen, die zu psychischen Belastungen führen und Leid bei den Betroffenen auslösen, zu verändern.

Das breite Spektrum der kognitiv-verhaltenstherapeutischen Methoden und Techniken zielt darauf ab, die Fähigkeiten zum Selbstmanagement zu erweitern und den eigenen Handlungsspielraum zu vergrößern. Ziel der Behandlung ist es, die Betroffenen zu Experten für ihre individuellen Problemlösungen und Bewältigungsstrategien heranzubilden. So gelingt es mit Hilfe der kognitiven Verhaltenstherapie, Denken, Handeln und Fühlen positiv zu beeinflussen und zu verändern.

DIALEKTISCH–BEHAVIORALE THERAPIE

Die dialektisch-behaviorale Therapie (DBT) wurde in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts von M. Linehan in den USA als spezielle Therapiemethode für Menschen mit emotional instabiler Persönlichkeitsstörung (Borderline-Persönlichkeitsstörung) entwickelt. Die DBT vereint Methoden aus unterschiedlichen therapeutischen Schulen.

Die Behandlung der Borderline-Störung mit Hilfe der DBT umfasst sowohl Einzel- als auch Gruppentherapie. Die DBT-Einzeltherapie gliedert sich in verschiedene Phasen, in denen sowohl akute schwere Probleme auf der Verhaltensebene (z.B. Selbstverletzungen, emotionale Krisen, suizidale Verhaltensweisen und Beziehungsstörungen) behandelt werden, als auch die Probleme in der Folge von traumatischen Erfahrungen bis hin zur Behandlung von Symptomen einer posttraumatischen Belastungsstörung. Ziel der DBT ist eine Integration der neu erlernten Verhaltensmuster und Neuorientierung in das eigene Leben.